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Lehrer müssen belastbar sein

Lehrer werden zurzeit gebraucht und zur Schule ist man sowieso immer relativ gern gegangen. Aber reicht das, um Lehrer werden zu können? Dr. Solvejg Rhinow, Leiterin der Zentralen Studienberatung an der Uni Leipzig, erklärt im KLASSE-Interview, woran man die eigene Lehrertauglichkeit erkennt und wie die Chancen stehen, nach dem Studium eine Anstellung zu finden.

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Dr. Solvejg Rhinow, Leiterin der Zentralen Studienberatung an der Uni Leipzig

Die Fhigkeit zur Kommunikation ist bei Lehrern das A und O.

Hufig gestellte Fragen und Antworten zum Lehrerstudium

Wird man denn als Lehrer geboren oder kann man das erlernen?

Es gibt bestimmte Persnlichkeitseigenschaften, die man mitbringen muss. Das A und O ist die Kommunikationsfhigkeit. Darber hinaus muss man konfliktfhig sein, geduldig und eine gewisse Autoritt ausstrahlen knnen. Aber man sollte auch Humor haben.

Dann gibt es natrlich auch Kompetenzen, die man whrend des Studiums vor allem in der praktischen Ausbildungsphase noch erlernen kann, wie etwa fachlich vernetztes Denken und Verantwortungsbewusstsein. Man lernt auch die didaktischen Komponenten: Wie vermittle ich altersgerecht und je nach Schulart das mir angeeignete Wissen? Wie gehe ich mit unterschiedlichen pdagogischen Kompetenzen auf die verschiedenen Schler ein?

Was sind die hufigsten Probleme innerhalb des Studiums?

Es kann sein, dass man ein anderes Fach whlen will, weil es doch nicht das Richtige fr einen ist, man lieber ein anderes Lehramt studieren mchte oder man bestimmte Voraussetzungen, wie das Latinum, nicht schafft.

Aber egal welches Lehramt man whlt, man muss psychisch sehr belastbar sein, vor allem aufgrund der persnlichen Konflikte, die die Schler mit in die Schule bringen. Das ist eine Eigenschaft, ber die man im Vorfeld noch nicht sicher Bescheid wei. Das ist auch ein Grund, warum viele dann doch nicht Lehrer werden wollen, wenn sie in den ersten praktischen Erfahrungen merken, wie sie berhaupt mit den sozialen Konflikten umgehen.

Wie werden die Studierenden innerhalb des Studiums auf die psychischen Belastungen vorbereitet?

Das ist schwierig, weil die Ausbildung an der Uni zunchst eine wissenschaftliche ist. Wir empfehlen den Studierenden, in den Semesterferien Schulpraktika zu absolvieren oder als Betreuer in ein Ferienlager zu fahren, wo man dann tagtglich mit den Schlern zusammen ist, um dort die praktische Erfahrung zu gewinnen, ob man wirklich so belastbar ist.

Wenn man sich nun fr ein Lehramtsstudium entscheidet wie sehen in fnf Jahren berhaupt die Chancen aus, hier in Sachsen eine Anstellung zu finden?

Laut einer Studie des Kultusministeriums ber den Einstellungsbedarf fr die nchsten Jahre sollen mehr Referendariatsstellen zur Verfgung stehen. Damit verbessern sich auch die Einstellungschancen.

Lehrer fr Grundschulen und Sonderpdagogen haben sehr gute Chancen, ebenso Lehrer fr Mittelschulen. Bei Gymnasien ist es auch von der Fcherkombination abhngig. In den letzten Jahren mussten Lehramtsabsolventen immer wieder in andere Bundeslnder ausweichen. Viele wollen ja aber auch in Sachsen

Was wrden Sie jemandem raten, der berlegt, ins Lehramt einzusteigen?

Auf alle Flle sollte man im Vorfeld Praxiserfahrung sammeln, sich ausprobieren, ob man lieber mit jngeren oder lteren Schlern zusammenarbeiten mchte. Man sollte auerdem mal einen Online-Selfassessment-Test durchspielen. Die sollte man zwar nicht berbewerten, aber einfach mal ausprobieren, um sich mit den beruflichen Anforderungen auseinanderzusetzen.

Wichtig ist auch, sich ein Fremdbild einzuholen, also Lehrer, Eltern und Freunde befragen, ob man ber die Persnlichkeitseigenschaften, die man als Lehrer braucht, berhaupt verfgt.

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Gute Lehrkräfte werden immer gebraucht, auch in Zeiten zurückgehender Schülerzahlen.

© Sächsisches Staatsministerium für Kultus