1. Navigation
  2. Inhalt
Inhalt
 

Einstieg in den Schuldienst mit einem ausländischen Lehrerabschluss

https://www.youtube-nocookie.com/embed/9SQFwIDKdZI?rel=0&autoplay=1

1. Welche Perspektiven habe ich als Lehrer in Sachsen?

Sachsen braucht in den nächsten Jahren viele Lehrkräfte. Auch Lehrerinnen und Lehrer aus dem Ausland sind hier willkommen und haben beste Berufsperspektiven. Besonders gute Einstellungsmöglichkeiten gibt es an den Grundschulen (Primarstufe; 1. bis 4. Klassenstufe) und an den Oberschulen (Sekundarstufe 1; 5. bis 10. Klassenstufe). Erfahren Sie mehr über das sächsische Schulsystem.

In Sachsen werden Lehrkräfte für ganz unterschiedliche Fächer benötigt. Alle Informationen  zur Entwicklung des Lehrerbedarfs finden Sie hier:

An den öffentlichen Schulen Sachsens unterrichten derzeit etwa 200 Lehrerinnen und Lehrer aus dem Ausland - unser Film porträtiert drei von Ihnen:

Francesca Gregori aus Italien studierte Gymnasiallehramt für Deutsch und Italienisch in Österreich. Nachdem sie einige Jahre als Lehrerin in Norditalien gearbeitet hatte, erfuhr sie, dass in Sachsen dringend Lehrkräfte für die Unterrichtung von Flüchtlingen in der deutschen Sprache benötigt werden. Kurzerhand stellte sie in Sachsen einen Antrag auf Anerkennung ihres Lehramtsabschlusses und bewarb sich um eine Einstellung in den sächsischen Schuldienst. Jetzt unterrichtet sie seit zwei Jahren an der 117. Grundschule in Dresden und vertritt gegenwärtig auch die Schulleiterin dieser Schule.

Piotr Młynarczyk aus Polen studierte Lehramt an einem Fremdsprachenkolleg und danach Germanistik an der Universität Breslau mit einem Abschluss als Magister. Erstmals nach Sachsen kam er als Fremdsprachenassistent. Später bewarb er sich um Einstellung in den sächsischen Schuldienst und unterrichtet jetzt an einer Grundschule in Bad Muskau nahe der sächsisch-polnischen Grenze die Fächer Englisch, Sport und Deutsch als Zweitsprache. Die Wochenenden verbringt er meist in Legnica, seiner nahe gelegenen Heimatstadt.

Ivana Vujica aus Kroatien war 9 Jahre alt, als ihre Familie vor dem Balkankrieg nach Deutschland flüchtete und hier für zwei Jahre aufgenommen wurde. Acht Jahre später kehrte sie nach Deutschland zurück, um an der Technischen Universität Dresden Germanistik und Slawistik zu studieren. Jetzt unterrichtet sie an der 138. Oberschule in Dresden und absolviert derzeit berufsbegleitend ihre schulpraktische Ausbildung für das Fach Deutsch als Zweitsprache. Danach möchte sie sich gern berufsbegleitend auch für die Unterrichtung des Faches Sport qualifizieren.

Mehr über die Menschen und das Leben im Freistaat Sachsen erfahren Sie unter www.so-geht-saechsisch.de

2. Welche Voraussetzungen benötige ich?

Wenn Sie bereits über eine Berufsqualifikation als Lehrerin oder Lehrer verfügen, haben Sie die Möglichkeit Ihren Berufsabschluss in Sachsen anerkennen zu lassen. Im Rahmen des Anerkennungsverfahrens werden noch fehlende Qualifikationen, z.B. eine zweites Fach, nachgeholt. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Anerkennungsverfahrens sind Sie in Deutschland vollausgebildeten Lehrkräften gleichgestellt. Alle wichtigen Informationen über das sächsische Berufsanerkennungsverfahren finden Sie im Serviceportal Amt24.

Wenn Sie über einen Hochschulabschluss als Master, Magister oder über ein Hochschuldiplom ohne eine spezielle Berufsqualifikation als Lehrer verfügen und als Lehrerin oder Lehrer in Sachsen arbeiten möchten, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zum Seiteneinstieg in den sächsischen Schuldienst.

Damit Sie in diesem Beruf arbeiten können, brauchen Sie außerdem Deutschkenntnisse mindestens auf dem Niveau C1. Unter Punkt 6 finden Sie eine Auswahl an Sprachschulen, die diese Sprachkurse anbieten.

Wenn Sie nicht aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union kommen, benötigen Sie einen gültigen Aufenthaltstitel.

3. Wie bewerbe ich mich für den sächsischen Schuldienst?

Sie bewerben sich für den sächsischen Schuldienst bei einer Regionalstelle der Sächsischen Bildungsagentur. Alle Informationen zum Einstellungsverfahren finden Sie hier.

Auch wenn Ihr Berufsanerkennungsverfahren noch nicht begonnen oder abgeschlossen ist, können Sie sich bewerben. Wenn es zu einer Einstellung kommt, besteht die Möglichkeit Ihre gegebenenfalls noch fehlenden Qualifikationen berufsbegleitend nachzuholen.

4. Wie hoch wird mein Gehalt sein?

Lehrkräfte sind Angestellte des Freistaates Sachsen. Ihre Bezahlung bestimmt sich nach den einschlägigen Regelungen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L).

Lehrkräfte mit einem im Ausland erworbenen und nach einem behördlichen Anerkennungsverfahren gleichgestellten pädagogischen Abschluss erhalten das gleiche Tarifentgelt wie Lehrkräfte mit einer abgeschlossenen Lehramtsausbildung und werden wie folgt eingruppiert:

  • Grundschule: Entgeltgruppe 11
  • Oberschule, Förderschule, Gymnasium und berufsbildende Schule: Entgeltgruppe 13

Einschlägige Berufserfahrungen können bei der Einstellung im Rahmen der Zuordnung zu den Entgeltstufen berücksichtigt werden und damit zu einem höheren Einstiegsgehalt führen.

Die individuelle Bezahlung von Lehrkräften, die (noch) nicht über einen gleichgestellten Abschluss verfügen, erfolgt in Abhängigkeit von Ihrer konkreten Tätigkeit an der jeweiligen Einsatzschulart und Ihrer nachgewiesenen Ausbildung.

Beispielsweise wird eine Lehrerin mit einer abgeschlossenen wissenschaftlichen Hochschulausbildung, die aufgrund Ihres Studiums die fachlichen Voraussetzungen zum Unterrichten in mindestens einem Schulfach hat und an einer Oberschule tätig ist, in der Entgeltgruppe 12 eingruppiert. Ist diese Lehrerin an einer Grundschule tätig, wird sie in der Entgeltgruppe 10 eingruppiert.

Die Ermittlung Ihrer Entgeltgruppe und der von Ihnen zu zahlenden Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge erfolgen immer auf Grund Ihrer individuellen Voraussetzungen und Ihrer Lebenssituation. Als grobe Orientierung kann bei einer Lehrverpflichtung in Vollzeit gelten:

  • Das monatliche Nettoeinstiegsgehalt in der Entgeltgruppe 10 für Ledige ohne Kinder beträgt etwa 2000 €.
  • Das monatliche Nettogehalt in der Entgeltgruppe 13 mit mindestens dreijähriger Berufserfahrung beträgt etwa 2500 €.

Welche konkreten Bruttoeinkommen dafür die Basis bilden und wie sich Ihre Einkommensentwicklung insgesamt gestaltet, finden Sie auf der Website des Sächsischen Landesamts für Steuern und Finanzen unter der Überschrift “Tabelle TV-L".

5. Wo kann ich mich beraten lassen?

Wenn Sie Interesse am Lehrerberuf in Sachsen haben können Sie sich in einem ersten Schritt bei der Anerkennungsberatung der IBAS (www.netzwerk-iq-sachsen.de/annerkennung/) informieren. IBAS kann auch helfen, passende Sprachkurse zu finden

Alle wichtigen Informationen über das sächsische Berufsanerkennungsverfahren finden Sie im Serviceportal Amt24.

Auch im Rahmen unseres Berufsanerkennungsverfahrens werden Sie individuell beraten.

6. Wo finde ich Anbieter für Deutschkurse für C1 Niveau in Sachsen?

Marginalspalte

© Sächsisches Staatsministerium für Kultus